Geldanlage
60/40-Depot im Check: Totgesagte leben auf dem Parkett länger!
Das klassische 60/40-Portfolio feiert dank gestiegener Zinsen ein Comeback und beweist, wie attraktiv die Mischung aus Aktien und Anleihen heute wieder ist.
11.10.2026 · 3 Min Lesezeit
📊 Infografik
60/40-Portfolio im Rendite- und Risikovergleich
Durchschnittliche Rendite und Schwankung (Volatilität) im historischen Vergleich
Quelle: MSCI & Bloomberg / justETF 2025
Jahrelang galt die klassische Asset Allocation aus 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen in der Finanz-Community als verstaubtes Relikt vergangener Jahrzehnte. Während der langen Phase der Null- und Negativzinsen wirkten Anleihen wie Bleigewichte im Portfolio, die die Gesamtrendite drückten, ohne wirklichen Schutz zu bieten. Doch das Marktumfeld hat sich grundlegend verändert. Seit die Europäischen Zentralbank und die US-Notenbank die Leitzinsen wieder auf ein solides Niveau gehoben haben, werfen festverzinsliche Wertpapiere endlich wieder verlässliche Erträge ab. Wer sein Vermögen heute strukturiert und stressfrei anlegen möchte, entdeckt die 60/40-Strategie deshalb vollkommen zu Recht wieder für sich.
Das Grundprinzip verbindet Renditechancen mit einem eingebauten Stoßdämpfer. 60 Prozent des Kapitals fließen in globale Aktien-ETFs, beispielsweise auf den MSCI World oder FTSE All-World, um vom weltweiten Wirtschaftswachstum und steigenden Unternehmensgewinnen zu profitieren. Die verbleibenden 40 Prozent werden in erstklassige Staats- und Unternehmensanleihen investiert. Diese Ertragsbausteine liefern nicht nur regelmäßige Kuponzahlungen, sondern mindern in Krisenzeiten die Ausschläge nach unten spürbar ab. In Phasen, in denen Aktienmärkte korrigieren, neigen Anleihen dazu, sich stabil zu halten oder sogar im Wert zu steigen, weil Anleger Sicherheit suchen.
Ein weiterer großer Pluspunkt ist das systematische Rebalancing. Verschiebt sich die Verteilung nach einem starken Aktienjahr etwa auf 70 zu 30, wird das Depot einmal im Jahr wieder auf die Zielgewichtung zurückgesetzt. Das zwingt ganz automatisch dazu, Gewinne bei Aktien mitzunehmen und günstig in Anleihen umzuschichten. Bei einem Marktcrash passiert genau das Gegenteil: Es werden günstig Aktien nachgekauft. Dieses antizyklische Handeln nimmt die Psychologie komplett aus der Geldanlage und schützt vor teuren Fehlentscheidungen aus Angst oder Gier.
Bottom Line: Das 60/40-Portfolio ist keineswegs tot, sondern feiert als modernes Allwetter-Depot ein starkes Comeback. Es richtet sich an alle, die solide Vermögenszuwächse anstreben, ohne bei Marktturbulenzen schlaflose Nächte verbringen zu müssen.
