Geldanlage
60/40-Portfolio Comeback: Omas Börsen-Klassiker rockt wieder
Das legendäre 60/40-Portfolio ist zurück: Warum die Kombination aus Aktien und Anleihen dank höherer Zinsen wieder extrem attraktiv ist.
8.8.2026 · 3 Min Lesezeit
📊 Infografik
Rendite und Risiko im Depot-Vergleich
Langfristige Richtwerte verschiedener Asset-Allokationen
Quelle: MSCI & justETF 2025
Totgesagte leben länger. Das legendäre 60/40-Portfolio – also 60 Prozent Aktien für den Rendite-Kick und 40 Prozent Anleihen als Sicherheitsnetz – galt jahrelang als verstaubtes Relikt aus Omas Sparbuch-Zeiten. In der Nullzinsphase brachten Anleihen schließlich wahlweise Miese oder schlichtweg Frust. Doch das Blatt hat sich gedreht. Nach den Zinsschritten der Europäischen Zentralbank werfen Staats- und Unternehmensanleihen wieder solide laufende Erträge ab. Wer sein Portfolio heute klug strukturiert, erlebt das Comeback eines echten Klassikers, der vor allem eins bringt: entspannte Nächte im turbulenten Börsenalltag.
Warum funktioniert das Konzept ausgerechnet jetzt wieder so gut? Die einfache Antwort liegt in der veränderten Zinslandschaft. Während der MSCI World langfristig eine historische Rendite von etwa sieben bis acht Prozent pro Jahr anstrebt, liefern europäische Staatsanleihen mit guter Bonität wieder Renditen im Bereich von rund drei Prozent. Das bedeutet konkret, dass der konservative 40-Prozent-Teil deines Depots endlich wieder als echter Puffer agiert. Fällt der Aktienmarkt ins Bodenlose, begrenzen die festverzinslichen Wertpapiere deinen Gesamtverlust spürbar. Gleichzeitig schütten globale Dividendenwerte und Anleihen zusammen genug Cashflow aus, um Rücksetzer entspannt nachzukaufen.
Natürlich ist die Strategie kein Allheilmittel für Schnell-Werd-Reich-Aspiranten. Wer maximales Wachstum sucht und Kursausschläge von dreißig Prozent locker wegsteckt, fährt mit einer reinen Aktienquote von hundert Prozent – beispielsweise über einen breit gestreuten Welt-ETF – renditemäßig meist besser. Doch Hand aufs Herz: Die wenigsten Privatanleger halten einen crashartigen Einbruch emotional durch, ohne in Panik zu verkaufen. Genau hier liegt die Stärke des 60/40-Mischdepots. Es bremst die Fallhöhe ab und schützt dich vor deinen eigenen impulsiven Fehlentscheidungen im Bärenmarkt.
Bottom Line: Das 60/40-Portfolio ist kein verstaubter Rohrkrepierer, sondern feiert dank gestiegener Zinsen ein hochaktuelles Comeback für risikobewusste Investoren. Es liefert zwar nicht die absolut maximale Rendite an der Börse, sichert dir aber eine stabile Mischung aus Wachstum und Absicherung. Wenn du keine Lust auf emotionale Achterbahnfahrten hast und dennoch solide Vermögensaufbau-Chancen nutzen willst, bleibt diese Aufteilung eine verdammt geschickte Basis für deine finanzielle Freiheit.
