Geldanlage
60/40 Portfolio: Das Comeback des Finanz-Klassikers
Totgesagt, aber extrem lebendig: Warum das klassische 60/40-Portfolio aus Aktien und Anleihen heute wieder richtig Sinn macht.
16.8.2026 · 3 Min Lesezeit
📊 Infografik
Depot-Strategien im Vergleich
Historische Durchschnittsrenditen und Risikoprofile
Quelle: MSCI & justETF Schätzung
Totgesagte leben länger, und das gilt ganz besonders für den ultimativen Klassiker unter den Depot-Strategien: das 60/40-Portfolio. Jahrelang wurde das Prinzip, 60 Prozent in weltweite Aktien und 40 Prozent in Anleihen zu stecken, von Krypto-Jüngern und Hype-Train-Reitern müde belächelt. Als die Zinsen jahrelang am Boden lagen, wirkten Anleihen wie ballaststofffreie tote Masse im Depot. Doch die Zinswende der europäischen Zentralbanken hat dem Finanzmarkt seine alte Physik zurückgegeben. Wer auf festverzinsliche Papiere setzt, bekommt wieder eine reale Verzinsung fürs Risiko, anstatt sein Geld bloß der Inflation zum Fraß vorzuwerfen. Das macht den alten Mix plötzlich wieder extrem attraktiv für alle, die keinen Nerv für tägliche Achterbahnfahrten im Depot haben.
Warum funktioniert das Ganze heute wieder so verlässlich? Der Schlüssel liegt in der historisch erprobten Balance. Wenn die Börsen kräftig schwächeln, stützen solide Staats- oder Unternehmensanleihen den Gesamtwert deines Vermögens. Bei einem reinen Aktien-ETF-Depot musst du verdammt tief durchatmen können, wenn der Markt um 30 Prozent einbricht. Im 60/40-Depot bremst der Anleihen-Puffer den Sturz spürbar ab. Gleichzeitig wirft der Aktienanteil, beispielsweise abgebildet über einen breit gestreuten Welt-Aktien-ETF mit niedriger Gesamtkostenquote, langfristig den nötigen Rendite-Turbo an. Es geht nicht darum, über Nacht reich zu werden, sondern stressfrei Vermögen aufzubauen, ohne beim Blick in die Banking-App Schnappatmung zu bekommen.
Das wahre Geheimnis dieser Strategie ist das disziplinierte Rebalancing. Einmal im Jahr setzt du dein Depot wieder auf die ursprüngliche Aufteilung zurück. Hat der Aktienmarkt ordentlich zugelegt, verkaufst du einen Teil der Gewinne und schichtest in Anleihen um. Kracht es an den Märkten, kaufst du mit dem stabilen Anleihen-Teil günstig Aktien nach. Das zwingt dich automatisiert dazu, antizyklisch zu handeln: günstig kaufen, wenn alle Panik haben, und Gewinne sichern, wenn die Gier regiert. Gerade für jüngere Anleger, die nicht täglich Finanz-Headlines scannen wollen, bietet dieser Ansatz die ideale Mischung aus Wachstum und psychologischem Schutzschild.
Bottom Line: Die 60/40-Strategie ist keineswegs ein verstaubtes Relikt vergangener Dekaden, sondern feiert ihr verdientes Comeback als stressfreies Fundament für deinen Vermögensaufbau. Wenn du keine Lust auf ständigen Hype oder einzeltitelbedingte Schlaflosigkeit hast, liefert dir dieser Klassiker genau die richtige Balance aus Wachstum und Sicherheit. Setze auf kostengünstige ETFs, zieh das Rebalancing einmal im Jahr eiskalt durch und lass die Zeit für dich arbeiten.
