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Geldanlage

Das 60/40-Depot im Check: Totgesagte leben an der Börse länger!

Jahrelang galt das 60/40-Depot als tot. Durch die Rückkehr der Zinsen feiert der Klassiker aus Aktien und Anleihen jetzt ein starkes Comeback.

27.10.2026 · 3 Min Lesezeit

📊 Infografik

Historische Rendite-Risiko-Verteilung

Langfristig erwartete Rendite nach Depot-Aufteilung

Quelle: justETF

Erinnerst du dich noch an das Jahr 2022, als Finanz-Gurus den Untergang des klassischen 60/40-Depots ausriefen? Damals stürzten Aktien und Anleihen gleichzeitig ab, und viele hielten die Kombination aus 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen für endgültig erledigt. Wer brauchte schon zinslose Anleihen, wenn die Inflation steil nach oben schoss? Doch der Markt hat sein eigenes Gedächtnis, und nach den Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank in den letzten zwei Jahren sieht die Börsenwelt im Herbst 2026 wieder völlig anders aus. Anleihen liefern wieder echte laufende Erträge, und das 60/40-Portfolio feiert ein leises, aber extrem solides Comeback. Das Geheimnis dieses Klassikers liegt in der Einfachheit. Während der Aktienanteil, beispielsweise abgebildet über einen breit gestreuten ETF auf den MSCI World, für den langfristigen Vermögensaufbau sorgt, fungiert der 40-prozentige Anleihenbaustein als Stoßdämpfer. Da sich die Leitzinsen der EZB nach der Hochzinsphase wieder eingependelt haben, bringen Euro-Staatsanleihen wieder kalkulierbare Erträge. Fällt der Aktienmarkt ins Bodenlose, schnappt der Rebalancing-Effekt zu: Du verkaufst einen Teil der stabilen Anleihen und kaufst günstig Aktien nach. Wer diese Disziplin mitbringt, senkt die Schwankungsintensität seines Gesamtdepots spürbar, ohne auf attraktive Renditen verzichten zu müssen. Natürlich fragen sich viele junge Anleger, warum sie überhaupt 40 Prozent in vermeintlich langweilige Anleihen stecken sollten, wenn 100 Prozent Aktien historisch gesehen mehr Rendite bringen. Die ehrliche Antwort lautet: Psychologie schlägt Mathematik. Ein reines Aktiendepot klingt in Bullenmärkten fantastisch, fühlt sich bei einem Kursrutsch von 30 Prozent aber schnell wie ein Schlag in die Magengrube an. Wer in Panik alles verkauft, verliert real Geld. Der Anleihenpuffer im 60/40-Modell sorgt dafür, dass dein Depot in turbulenten Phasen deutlich weniger einbricht und du nachts beruhigt schlafen kannst, statt alle fünf Minuten deine Trading-App zu aktualisieren. Bottom Line: Das 60/40-Portfolio ist keineswegs tot, sondern feiert dank der zurückgekehrten Zinsen ein verdientes Comeback für alle, die Vermögensaufbau mit ruhigem Puls suchen. Für sehr junge Anleger mag ein höherer Aktienanteil verlockend sein, doch als Basismodell für risikobewusste Sparer bleibt diese Asset Allocation ein zeitloser Standard. Checke jetzt deine persönliche Risikotoleranz und entscheide selbst, wie viel Stoßdämpfer dein Depot im aktuellen Marktumfeld wirklich braucht.