Geldanlage
Das 60/40-Depot ist zurück: Totgesagte leben eben doch länger
Das 60/40-Depot aus Aktien und Anleihen galt lange als langweilig. Warum die Strategie heute wieder erstaunlich gut funktioniert.
28.8.2026 · 3 Min Lesezeit
📊 Infografik
Muster-Verteilung im 60/40-Depot
Beispielhafte Aufteilung der Assetklassen im Portfolio
Quelle: justETF 2026
Jahre lang wurde die klassische 60/40-Strategie in Finfluencer-Kreisen schadenfroh für tot erklärt. Kein Wunder, schließlich brachten Anleihen in der Nullzins-Ära absolute Magerkost, während Aktien von einem Allzeithoch zum nächsten eilten. Wer damals vierzig Prozent seines Vermögens in festverzinslichen Wertpapieren parkte, galt im Internet schnell als renditescheuer Höhlenmensch. Doch der Finanzmarkt hat sich spürbar gedreht. Nach der Zinswende der Europäischen Zentralbank werfen sichere Staatsanleihen und solide Unternehmensanleihen wieder Renditen im Bereich von drei bis vier Prozent ab. Plötzlich ergibt der alte Klassiker wieder verdammt viel Sinn.
Das Prinzip hinter der Strategie ist denkbar simpel: Sechzig Prozent deines Portfolios fließen in weltweite Aktien-ETFs wie den MSCI World, vierzig Prozent wandern in ein Paket aus hochwertigen Anleihen. Das Ziel dieser Aufteilung ist kein Maximalgewinn auf Kosten deiner Nerven, sondern ein optimales Verhältnis aus Wachstum und Stabilität. Wenn an den Aktienmärkten die Fetzen fliegen und Tech-Giganten zweistellig einbrechen, puffern die festverzinslichen Bausteine deinen Depotwert spürbar ab. Statt schlafloser Nächte bekommst du eine eingebaute Bremse für die Achterbahnfahrt an der Börse.
Vergleicht man diese Mischung mit einem reinen Aktien-Portfolio, verzichtest du langfristig vielleicht auf ein paar Prozentpunkte Maximalrendite. Doch die entscheidende Frage lautet: Hältst du ein reines Aktiendepot im echten Crash wirklich durch, ohne panisch auf den Verkaufen-Button zu drücken? Genau hier liegt der unschätzbare Vorteil von Anleihen. Sie geben dir die nötige mentale Gelassenheit, um Schwächephasen gelassen auszusitzen. Zudem erlaubt dir das regelmäßige Rebalancing antizyklisch einzukaufen: Gewinne aus gut gelaufenen Aktien werden automatisch mitgenommen und in Anleihen geparkt oder umgekehrt.
Bottom Line: Das 60/40-Depot ist keineswegs ein verstaubtes Relikt aus den Neunzigern, sondern eine extrem entspannte Allwetter-Strategie. Wenn du solide Erträge einfahren willst, ohne bei jedem Börsenbeben Schnappatmung zu bekommen, ist dieser Mix im aktuellen Zinsumfeld wieder eine richtig starke Ansage für deine Finanzen.
