Geldanlage
Das 60/40-Depot stirbt nie: Warum der Klassiker wieder rockt
Totgesagte leben länger: Warum das klassische 60/40-Portfolio aus Aktien und Anleihen heute wieder erstaunlich gut funktioniert.
31.10.2026 · 3 Min Lesezeit
📊 Infografik
Beispielhafte Aufteilung im 60/40-Welt-Depot
Prozentuale Gewichtung der Bausteine für ein ausgewogenes Risiko-Rendite-Profil
Quelle: justETF 2025
Jahrelang haben selbsternannte Börsen-Gurus in den sozialen Medien das klassische 60/40-Portfolio für absolut tot erklärt. Wer braucht schon vierzig Prozent langweilige Anleihen im Depot, wenn Technologiewerte steigen und Krypto-Assets durch die Decke gehen? Doch wer die Entwicklungen an den weltweiten Finanzmärkten in den letzten Jahren aufmerksam verfolgt hat, erkennt ein völlig anderes Bild. Die deutliche Zinswende der Notenbanken hat dem festverzinslichen Teil deiner Geldanlage neues Leben eingehaucht. Qualitätsanleihen werfen wieder echte Erträge ab, anstatt wie in der jahrelangen Nullzins-Phase schleichend an Wert zu verlieren. Das macht den zeitlosen Klassiker der Asset Allocation heute wieder extrem attraktiv für alle, die ihr Vermögen strukturiert aufbauen wollen.
Das Prinzip hinter dieser Aufteilung ist so simpel wie effektiv: Sechzig Prozent deines Kapitals fließen in breit gestreute Welt-Aktien-ETFs, um vom weltweiten Wirtschaftswachstum und Kursgewinnen zu profitieren. Die restlichen vierzig Prozent investierst du in hochwertige Staats- oder Unternehmensanleihen. Gerät der Aktienmarkt ins Schwanken, sorgen die laufenden Zinszahlungen der Anleihen für ein stabiles Ruhekissen. Wenn du einmal im Jahr ein Rebalancing durchführst, nutzt du Marktkorrekturen sogar gezielt zu deinem Vorteil. Du schichtest Gewinne aus den stabilen Anleihen ab und kaufst Aktien ein, wenn diese günstig zu haben sind. Das erfordert weder eine magische Glaskugel noch stundenlange Chart-Analysen, sondern schlicht kühle Logik.
Natürlich schützt auch das 60/40-Modell nicht vor temporären Marktschwankungen oder der schleichenden Kaufkraftminderung durch die Inflation. Allerdings nimmt dieser Mix die extreme Volatilität aus deinem Portfolio, die so viele Privatanleger bei turbulenten Börsenphasen zu voreiligen Panikverkäufen hinreißt. Wer nicht sein gesamtes Erspartes auf spekulative Einzelwerte setzen möchte, findet hier eine ausbalancierte Strategie. Breit diversifizierte Aktienindizes wie der MSCI World oder FTSE All-World liefern die Renditemotoren, während Euro-Denominierte Staatsanleihen für Risikobegrenzung sorgen. Damit baust du solide Vermögen auf, ohne jeden Abend nervös die Kurse checken zu müssen.
Bottom Line: Das 60/40-Portfolio ist keineswegs ein verstaubtes Relikt aus vergangenen Jahrzehnten, sondern nach den dramatischen Zinsveränderungen ein hochaktuelles Werkzeug für intelligentes Investieren. Wer verlässliche Renditechancen sucht, aber gleichzeitig seine Nerven schont, trifft mit dieser bewährten Kombination auch heute eine verdammt kluge Entscheidung.
