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DAX-Halbzeit: Wer glänzt und wer enttäuscht?
Die Berichtssaison für das zweite Quartal ist in vollem Gange und spaltet die DAX-Konzerne in Gewinner und Verlierer.
18.7.2026 · 3 Min Lesezeit
📊 Infografik
Die größten Positionen im DAX
Gewichtung der Top 5 Unternehmen im Index, Stand Juli 2026
Quelle: justETF
Frankfurt, 18. Juli 2026 – Die Luft an der Börse knistert mal wieder, denn die Halbzeit der Berichtssaison für das zweite Quartal ist angebrochen. Über die Hälfte der 40 DAX-Konzerne hat ihre Bücher geöffnet und ein gemischtes Bild gezeichnet. Der Index selbst dümpelt nach einem starken ersten Halbjahr in den letzten Wochen eher seitwärts und notiert aktuell knapp unter der Marke von 20.000 Punkten. Die Anleger sind spürbar nervös und scannen jede Bilanz nach Hinweisen, welche Branchen die Gewinner der zweiten Jahreshälfte sein könnten. Bisherige Kursreaktionen fielen heftig aus: Wer die Erwartungen der Analysten auch nur leicht verfehlte, wurde schnell abgestraft, während positive Überraschungen mit satten Kursaufschlägen belohnt wurden.
Besonders im Fokus standen bisher die Schwergewichte. SAP konnte erneut mit starken Zahlen aus dem Cloud-Geschäft überzeugen und die Prognose für das Gesamtjahr leicht anheben, die Aktie dankte es mit einem Sprung auf ein neues Allzeithoch. Auch Siemens lieferte solide Ergebnisse, getragen von einer anhaltend hohen Nachfrage im Bereich der digitalen Industrieautomatisierung. Diese Erfolge zeigen, dass deutsche Tech- und Industrieunternehmen auf dem Weltmarkt weiterhin eine führende Rolle spielen. Auf der anderen Seite des Spektrums kämpfen Teile der Chemieindustrie, wie etwa BASF, weiterhin mit den Nachwirkungen der hohen Energiepreise der Vorjahre und einer schwächelnden Nachfrage aus wichtigen Märkten, insbesondere aus China, was sich in den Margen niederschlägt.
Die Automobilhersteller wie Mercedes-Benz und Volkswagen präsentieren sich ebenfalls uneinheitlich. Während die Premium-Segmente weiterhin robust laufen, macht der zunehmende Wettbewerb aus Asien im Volumensegment den Konzernen zu schaffen. Der Preiskampf bei Elektroautos hinterlässt Spuren in den Bilanzen, obwohl die Absatzzahlen weiter steigen. Dieses Umfeld, geprägt von solidem Wachstum in einigen Sektoren und handfesten Problemen in anderen, verdeutlicht die Herausforderung für Stock Picker. Die Zinspolitik der EZB bleibt ein entscheidender Faktor. Nach den ersten vorsichtigen Zinssenkungen im vergangenen Jahr warten die Märkte gespannt auf Signale, wie es im Herbst weitergeht. Jede Andeutung einer Pause oder einer Beschleunigung der Lockerung bewegt die Kurse sofort.
Bottom Line: Die aktuelle Berichtssaison ist ein perfektes Beispiel dafür, warum du nicht alles auf eine Karte setzen solltest. Einzelne Aktien können unvorhersehbar reagieren, selbst bei scheinbar guten Nachrichten. Für die meisten von uns ist und bleibt ein breit gestreuter ETF die sinnvollste Strategie. Ein ETF auf den MSCI World, der über 1.500 Unternehmen weltweit abbildet, hat eine Kostenquote (TER) von oft nur um die 0,2 % pro Jahr und nimmt dir die Qual der Wahl ab. So profitierst du vom globalen Wachstum, ohne dir über die Quartalsergebnisse einzelner deutscher Autokonzerne den Kopf zerbrechen zu müssen.
