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Aktien

DAX nach den Zahlen: Party vorbei oder durchatmen?

Die Q1-Zahlen sind da und der DAX macht Pause. Wir zeigen dir, welche Branchen jetzt lahmen und wo die Musik noch spielt.

23.6.2026 · 3 Min Lesezeit

Ein Börsenhändler blickt nachdenklich auf mehrere Monitore mit DAX-Kurscharts und Unternehmenslogos.

📊 Infografik

Die Schwergewichte im DAX

Sektorgewichtung im Deutschen Aktienindex in Prozent

Quelle: Deutsche Börse, Q1 2026

Hand aufs Herz: Der große Rausch nach den Rekordständen vom letzten Jahr scheint vorerst vorbei zu sein. Wir schreiben den 23. Juni 2026, die Berichtssaison für das erste Quartal ist durch und der DAX? Tja, der tritt irgendwie auf der Stelle. Nach einem starken Jahresauftakt hat sich eine gewisse Ernüchterung breitgemacht. Die Zinsen der EZB sind zwar nicht mehr auf den Höchstständen von 2024, aber von einer Rückkehr zur Nullzins-Party sind wir meilenweit entfernt. Das bedeutet, Unternehmen müssen für Kredite wieder echtes Geld zahlen und Anleger haben mit Anleihen wieder eine solide Alternative zur Aktie. Das schmeckt dem Aktienmarkt nicht immer, sorgt aber für ein gesünderes Umfeld. Die Quartalszahlen haben gezeigt, wie gespalten der Markt gerade ist. Auf der einen Seite konnten Technologiewerte wie SAP oder Infineon mit ihren Ausblicken meist überzeugen. Das Wachstum ist nicht mehr so explosiv wie in den Boom-Jahren, aber die Geschäftsmodelle sind robust. Auf der anderen Seite ächzt die klassische Industrie. Die Autohersteller von Mercedes bis VW und die Chemiebranche rund um BASF kämpfen weiterhin mit den im internationalen Vergleich hohen Energiekosten und einer Konjunktur, die global einfach nicht richtig in Fahrt kommt. Gerade die Nachfrage aus China bleibt ein Sorgenkind. Wer also blind den ganzen Index gekauft hat, sieht in seinem Depot gerade ein ziemliches Tauziehen zwischen Gewinnern und Verlierern. Was also tun in dieser Seitwärtsphase, in der der Index weder so richtig abstürzt noch abhebt? Erstens: Durchatmen. Solche Phasen sind an der Börse völlig normal. Zweitens: Fokus auf Qualität und Bewertung legen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des DAX bewegt sich aktuell wieder leicht über seinem historischen Durchschnitt von etwa 15, billig ist der Markt also nicht. Umso wichtiger wird die Dividende. Die durchschnittliche Dividendenrendite im DAX liegt stabil im Bereich von knapp 3 Prozent. Das ist dein Schmerzensgeld fürs Warten und ein Puffer, wenn die Kurse mal nicht steigen. Unternehmen mit stabilen Ausschüttungen rücken jetzt wieder in den Fokus. Bottom Line: Die Zeiten, in denen man blind kaufen konnte und die Flut alle Boote hob, sind vorbei. Es reicht nicht mehr, einfach nur ETF-Sparpläne laufen zu lassen und nicht mehr hinzusehen. Jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen. Für dich bedeutet das: Schau genauer hin, welche Unternehmen in deinem Depot oder auf deiner Watchlist wirklich zukunftsfähig sind. Stabile Bilanzen, eine faire Bewertung und ein solides Geschäftsmodell sind wichtiger als der nächste kurzfristige Hype. Wer jetzt seine Hausaufgaben macht, positioniert sich für die nächste Aufwärtsbewegung.