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Aktien

DAX-Zahlen-Check: Wo fließt die Kohle und wer schwächelt?

Die jüngsten DAX-Quartalszahlen offenbaren gewaltige Unterschiede zwischen Tech-Giganten und der strauchelnden Autoindustrie.

10.9.2026 · 3 Min Lesezeit

📊 Infografik

Branchenentwicklung im DAX-Umfeld

Durchschnittliche Kursentwicklung nach Sektoren im Jahresvergleich

Quelle: Statista

Die jüngste Berichtssaison der 40 DAX-Konzerne zeigt ein drastisch gespaltenes Bild in Deutschlands Beletage. Während einige Konzerne trotz zäher Weltwirtschaft Erträge auf Rekordniveau einfahren, kämpft der traditionelle Mittel- und Schwerbau massiv mit schrumpfenden Margen. Wer lediglich auf den Punktestand des deutschen Leitindex schaut, verpasst das eigentliche Spektakel hinter den Kulissen. Der DAX mag optisch stabil wirken oder gar nahe seinen Höchstständen notieren, doch die mathematische Wahrheit ist ernüchternd: Nur eine Handvoll gigantischer Schwergewichte zieht den Karren derzeit durch den Dreck, während ein beträchtlicher Teil der Werte stagnierende oder gar rückläufige Zahlen abliefert. Allen voran dominiert der Softwareriese SAP das Geschehen im Index. Dank brummender Cloud-Erlöse und stabiler wiederkehrender Einnahmen schraubt das Walldorfer Unternehmen das eigene Ergebnis immer weiter in die Höhe. Da SAP durch den gestiegenen Börsenwert inzwischen ein enormes Gewicht im DAX aufweist, kaschiert diese Performance die Schwächen anderer Branchen. Auf der Verliererseite stehen nämlich die einstigen Aushängeschilder der deutschen Wirtschaft: Die Autobauer um Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz leiden spürbar unter der anhaltenden Schwäche auf dem chinesischen Markt, den hohen Aufwendungen für die Umstellung auf Elektroantriebe und dem harten Preiswettbewerb. Ihre operativen Margen sind im Vergleich zu den Vorjahren spürbar eingeknickt. Aber auch außerhalb der Automobilwelt verläuft der Graben quer durch die Branchen. Während Rüstungskonzerne wie Rheinmetall wegen der anhaltend hohen Verteidigungsausgaben in Europa volle Auftragsbücher melden, klagen Chemiekonzerne weiterhin über hohe Energiekosten und eine schleppende weltweite Nachfrage. Für dich als Anleger zeigt diese Zahlenreihe vor allem eines: Wer stur per Sparplan auf den DAX setzt, holt sich ein massives Klumpenrisiko ins Depot. Du kaufst mit einem einzigen ETF sowohl hochprofitable Technologieführer als auch strukturell angeschlagene Sanierungsfälle. Ein global diversifizierter Welt-ETF streut dieses Risiko deutlich effektiver über Tausende Unternehmen weltweit. Bottom Line: Einzelne Tech- und Spezialwerte halten den DAX derzeit auf Kurs, während die klassische Industrie mit vollem Anlauf gegen die Wand der Transformation läuft. Blende den Lärm um kurzfristige Index-Höchststände aus, setz für deinen langfristigen Vermögensaufbau primär auf weltweite Diversifikation und nutze Branchenberichte höchstens als spannendes Kammerspiel der Wirtschaftswelt.