ETFs
Dein Welt-ETF: All-In oder lieber 70/30?
MSCI World und Emerging Markets oder doch der FTSE All-World? Wir checken, welcher ETF-Sparplan für dich optimal ist.
19.6.2026 · 3 Min Lesezeit
📊 Infografik
So global ist die 'Welt' wirklich
Regionale Gewichtung des MSCI ACWI Index
Quelle: MSCI Factsheet, Mai 2026
Freitag, 19. Juni 2026 – und der ETF-Boom in Deutschland geht weiter. Die Zahl der Sparpläne klettert laut Branchenverbänden wie dem Deutschen Aktieninstitut auch 2026 weiter, weil immer mehr Leute kapieren: Passiv investieren ist der einfachste Weg zum Vermögensaufbau. Doch die erste Hürde bleibt: Welchen verdammten Welt-ETF soll ich nehmen? Die ewige Glaubensfrage lautet meist: Gehst du mit einem einzigen ETF auf das Ganze oder bastelst du dir eine eigene Welt aus zwei Bausteinen? Die Entscheidung fällt meist zwischen dem MSCI World und dem FTSE All-World – und der Unterschied ist simpler, als du denkst.
Der Klassiker, der MSCI World, ist kein echter Welt-Index. Er trackt nur die größten Unternehmen aus rund 23 Industrieländern. Die USA haben hier mit fast 70 Prozent einen extrem dominanten Anteil. Die wichtigen Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien fehlen komplett. Um wirklich global aufgestellt zu sein, musst du also einen zweiten ETF, zum Beispiel auf den MSCI Emerging Markets, dazukaufen. Die gängige Aufteilung ist dann 70% MSCI World und 30% Emerging Markets. Das Gegenstück dazu ist der FTSE All-World. Er ist das Rundum-sorglos-Paket und packt direkt etwa 4.000 Aktien aus Industrie- UND Schwellenländern in einen einzigen ETF. Das ist einfacher, erspart dir das Rebalancing und die Performance lief in der Vergangenheit sehr ähnlich zur 70/30-Kombi. Ein Blick in die Factsheets zeigt: Die Kosten (TER) für beide Varianten sind mit Werten oft zwischen 0,1% und 0,25% pro Jahr extrem niedrig.
Eine letzte wichtige Entscheidung ist die zwischen „thesaurierend“ und „ausschüttend“. Thesaurierende ETFs legen die Dividenden der Unternehmen direkt wieder im Fonds an, was deinen Zinseszinseffekt auf lange Sicht maximiert – ideal für den reinen Vermögensaufbau. Ausschüttende ETFs zahlen die Dividenden hingegen auf dein Verrechnungskonto aus. Das kann clever sein, um deinen jährlichen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro (bei Singles) auszunutzen und so die ersten Erträge steuerfrei zu kassieren. Gerade zu Beginn, wenn die Ausschüttungen noch unter dieser Grenze liegen, kann das eine sinnvolle Strategie sein. Später kannst du immer noch auf einen Thesaurierer wechseln.
Bottom Line: Für die allermeisten, die einfach nur unkompliziert und breit gestreut für die Zukunft sparen wollen, ist ein ETF auf den FTSE All-World die beste Wahl. Du kaufst einen einzigen ETF und deckst damit fast die ganze Weltwirtschaft ab. Die 70/30-Strategie bietet etwas mehr Flexibilität bei der Gewichtung, ist aber auch mit minimal mehr Aufwand verbunden. Am Ende gilt: Fang einfach an. Der beste Sparplan ist der, den du auch wirklich einrichtest.
