ETFs
Dein Welt-ETF-Sparplan 2026: Raus aus dem 70/30-Käfig?
Ein ETF-Sparplan auf die Welt ist der Klassiker – doch ist die 70/30-Regel noch State of the Art oder geht es für dein Depot 2026 deutlich smarter?
14.7.2026 · 3 Min Lesezeit
📊 Infografik
So investieren die Deutschen in ETFs
Anteil der ETF-Sparpläne nach Index-Typ (Stand 2025)
Quelle: Eigene Auswertung basierend auf Daten von justETF, 2025
Servus Leute und willkommen zum Finanz-Update am 14. Juli 2026! Der DAX dümpelt auf hohem Niveau seitwärts und die Inflation hat sich gottseidank wieder in Richtung der EZB-Zielmarke von 2 Prozent eingependelt. Perfektes Wetter also, um mal wieder das eigene Depot aufzuräumen. Der absolute Klassiker für den Vermögensaufbau ist und bleibt ein ETF-Sparplan auf einen Welt-Index. Monatsrate festlegen, Dauerauftrag rein, fertig. Klingt simpel, aber die entscheidende Frage ist: Welcher Index ist der richtige für dich und ist die heilige 70/30-Regel wirklich noch das Maß aller Dinge?
Über Jahre galt die Kombination aus 70 Prozent MSCI World für die Industrieländer und 30 Prozent MSCI Emerging Markets für die Schwellenländer als goldener Standard. Die Idee: Du bildest damit rund 99 Prozent der globalen Marktkapitalisierung ab. Klingt super, hat aber einen Haken: Der MSCI World hat einen extrem hohen USA-Anteil von um die 70 Prozent. Fällt die Wall Street, zieht es dein ganzes Depot mit runter. Das ist ein Klumpenrisiko, das du nicht ignorieren solltest. Eine immer beliebtere und vor allem einfachere Alternative ist daher ein einzelner ETF auf den FTSE All-World. Dieser Index packt Industrie- und Schwellenländer direkt in ein Produkt, das Mischungsverhältnis passt sich automatisch an. Und das Beste: Sowohl die klassischen MSCI-ETFs als auch der FTSE All-World haben extrem niedrige laufende Kosten (TER), meist deutlich unter 0,25 Prozent pro Jahr.
Du willst es noch individueller? Kein Problem. Statt stur einer Formel zu folgen, kannst du eine Core-Satellite-Strategie fahren. Der „Core“ ist dein stabiler Kern, zum Beispiel ein ETF auf den FTSE All-World, der 80-90 Prozent deines Depots ausmacht. Drumherum platzierst du kleine „Satelliten“ für Themen, an die du glaubst. Das kann ein ETF auf Small Caps sein, um auch kleine Unternehmen abzudecken, oder ein Technologie- bzw. Nachhaltigkeits-ETF. Aber Achtung: Verliere dich nicht im Zocken und halte die Satelliten klein. Und denk an die Steuern! Der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person ist schnell ausgereizt, gerade weil durch die positive Zinsentwicklung die Vorabpauschale wieder greift. Ein Freistellungsauftrag ist also Pflicht.
Bottom Line: Das perfekte Weltportfolio gibt es nicht von der Stange. Die 70/30-Aufteilung ist ein solider Startpunkt, aber ein einziger ETF auf den FTSE All-World ist für die meisten die unkomplizierteste und beste Lösung. Er spart dir das Rebalancing und reduziert das US-Risiko im Vergleich zu einer reinen MSCI World-Investition. Das Wichtigste ist aber nicht die letzte Nachkommastelle bei der Aufteilung, sondern dass du überhaupt anfängst, regelmäßig investierst und langfristig am Ball bleibst. Dein Zukunfts-Ich wird es dir danken.
