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KI-ETFs: Hype-Train entgleist oder nur Tankstopp?
Themen-ETFs rund um KI und Robotik versprachen Mega-Renditen. Wir checken, was nach dem Goldrausch von der Party übrig ist.
13.7.2026 · 3 Min Lesezeit
📊 Infografik
Themen-ETF vs. Welt-ETF
Kosten & Konzentration im direkten Vergleich
Quelle: Durchschnittswerte basierend auf justETF, Q2 2026
Montag, 13. Juli 2026. Erinnerst du dich an den irren Hype um Themen-ETFs? Speziell alles, was mit 'KI' oder 'Robotik' zu tun hatte, ging durch die Decke. Wer 2023 und 2024 dabei war, konnte teils absurde Renditen im hohen zweistelligen Prozentbereich mitnehmen. Doch wie sieht die Lage Mitte 2026 aus? Der Hype-Train scheint ein wenig an Fahrt verloren zu haben und die Performance vieler dieser spezialisierten Produkte zeigt sich seit letztem Jahr deutlich volatiler und durchwachsener. Der Grund ist oft hausgemacht: Eine extreme Konzentration auf wenige Tech-Giganten. Wenn dann eine Handvoll dieser Aktien korrigiert, zieht es den gesamten Themen-ETF mit nach unten – deutlich stärker als einen breit gestreuten Welt-Index.
Schauen wir uns mal die Motorhaube dieser ETFs genauer an. Im Gegensatz zu einem globalen ETF wie dem MSCI World, bei dem die Top-10-Positionen vielleicht um die 20 bis 25 Prozent des Gesamtvolumens ausmachen, ist es bei KI-ETFs keine Seltenheit, dass über 50 oder sogar 60 Prozent des Geldes in den größten zehn Unternehmen stecken. Das ist keine Diversifikation mehr, das ist eine konzentrierte Wette. Dazu kommen die Kosten: Während du einen MSCI World ETF oft für eine Gesamtkostenquote (TER) von rund 0,2 % pro Jahr bekommst, langen die Anbieter von Themen-ETFs gerne mal mit 0,45 %, 0,6 % oder sogar mehr zu. Diese Mehrkosten müssen durch eine dauerhafte Überrendite erst einmal wieder reingeholt werden, was langfristig nur den wenigsten gelingt.
Das Kernproblem ist, dass du mit vielen KI-ETFs nicht unbedingt in die 'KI der Zukunft' investierst, sondern hauptsächlich in die US-Tech-Riesen, die du ohnehin schon in jedem Welt-ETF hast – nur eben mit einem viel höheren Klumpenrisiko und zu höheren Gebühren. Die wirklich innovativen, kleineren KI-Startups sind in diesen ETFs oft gar nicht oder nur mit homöopathischen Dosen enthalten, da sie die Kriterien für eine Aufnahme in den Index noch nicht erfüllen. Du kaufst also teuer verpackte Hoffnung, die sich in der Realität oft als riskante Sektorwette auf bekannte Namen entpuppt.
Bottom Line: Themen-ETFs können für eine kleine Depot-Beimischung und als kurzfristige Spekulation interessant sein, wenn man den Markt genau beobachtet. Als Basisinvestment für den langfristigen Vermögensaufbau sind sie jedoch wegen ihrer hohen Kosten und des Klumpenrisikos ungeeignet. Die langweilige, aber bewährte Strategie mit einem breit gestreuten, günstigen Welt-ETF hat historisch gesehen die besseren Karten. Lass dich nicht vom Marketing blenden – schau immer auf die Kosten und die echte Zusammensetzung.
