ETFs
Megatrend oder Geldgrab? Die Wahrheit über KI-ETFs
Themen-ETFs auf KI und Robotik versprechen Zukunft, bringen aber oft hohe Kosten und Klumpenrisiken mit sich.
23.9.2026 · 3 Min Lesezeit
📊 Infografik
Durchschnittliche Gesamtkostenquote (TER) im Vergleich
Jährliche Kosten verschiedener Fonds-Kategorien in Prozent
Quelle: justETF 2025
Künstliche Intelligenz und Robotik sind in aller Munde, und die Finanzindustrie weiß genau, wie sie diese Begeisterung versilbert. Überall ploppen Themen-ETFs auf, die dir das Blaue vom Himmel versprechen: Wer jetzt nicht in die Algorithmen von morgen investiert, verpasst angeblich die Rendite seines Lebens. Doch wer sein hart erarbeitetes Geld in solche Nischenprodukte steckt, erlebt häufig eine böse Überraschung. Die schicken Namen der Fonds täuschen oft darüber hinweg, dass du dir damit vor allem hohe Gebühren und gewaltige Klumpenrisiken ins Depot holst. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt schnell, warum der Hype um KI-ETFs mit Vorsicht zu genießen ist.
Der erste Knackpunkt sind die laufenden Kosten. Während du einen klassischen ETF auf den MSCI World oder den S&P 500 schon für mickrige Gesamtkostenquoten von unter 0,15 Prozent pro Jahr bekommst, langen Themen-ETFs richtig zu. Hier liegt die Gesamtkostenquote nicht selten zwischen 0,40 und 0,65 Prozent. Das klingt im ersten Moment nach Peanuts, frisst aber über die Jahrzehnte durch den Zinseszinseffekt gigantische Summen deiner Rendite auf. Wenn ein Produkt mehr als doppelt so teuer ist wie der Marktstandard, muss es auch dauerhaft deutlich besser performen – und genau das schaffen die wenigsten Themenfonds über längere Zeiträume.
Dazu kommt das Problem der Überschneidung. Wenn du heute einen KI- oder Robotik-ETF kaufst, befinden sich in den Top-Ten-Positionen fast immer dieselben Giganten, die du ohnehin schon besitzt: Nvidia, Microsoft, Alphabet oder Apple. Diese Tech-Schwergewichte dominieren längst die breiten Weltindizes. Du zahlst bei Spezial-ETFs also schlichtweg mehr Gebühren für Aktien, die du bereits im Portfolio hast. Den Rest des Fonds füllen die Anbieter oft mit spekulativen Nischenwerten auf, die bei der kleinsten Zinsänderung oder Enttäuschung im Markt heftig einbrechen können.
Bottom Line: Wenn du an das langfristige Potenzial von Künstlicher Intelligenz glaubst, profitierst du davon bereits automatisch durch einen stinknormalen, breit gestreuten Welt-ETF. Die überteuerten Themen-ETFs sind meist Marketingprodukte der Fondsanbieter, die genau dann auf den Markt geworfen werden, wenn der Hype am größten ist. Statt teuren Modetrends hinterherzulaufen, fährst du mit einer kostengünstigen Basisstrategie deutlich entspannter und auf lange Sicht meist auch rentabler.
