ETFs
MSCI World oder FTSE All-World: Welcher ETF passt zu dir?
Der Klassiker-Vergleich für deine Sparrate: Brauchst du Schwellenländer im Depot oder reicht die reine Industrieländer-Variante für den Vermögensaufbau?
28.8.2026 · 3 Min Lesezeit
📊 Infografik
Index-Vergleich: MSCI World vs. FTSE All-World
Wichtige Strukturdaten und Kennzahlen im Überblick
Quelle: justETF / MSCI / FTSE Russell 2025
Willkommen beim ewigen Klassiker des passiven Investierens. Wer sein Geld langfristig an den weltweiten Aktienmärkten anlegen möchte, stößt extrem schnell auf zwei große Namen: MSCI World und FTSE All-World. Beide Indizes bilden die Basis für unzählige Sparpläne in Deutschland, unterscheiden sich aber in einem wesentlichen Punkt. Während der MSCI World ausschließlich auf entwickelte Industrienationen setzt, holt der FTSE All-World auch die Schwellenländer mit ins Boot. Stellt sich die Frage, ob der Zusatzaufwand beziehungsweise das zusätzliche Risiko für dein Depot überhaupt einen spürbaren Unterschied macht.
Beim Blick auf die Details zeigen sich die strukturellen Unterschiede. Der MSCI World bündelt rund 1.400 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Der US-Anteil liegt hier traditionell hoch bei knapp 70 Prozent, stark dominiert von Big-Tech-Konzernen wie Apple, Nvidia oder Microsoft. Der FTSE All-World deckt dagegen über 4.000 Aktien aus 49 Ländern ab, darunter Schwergewichte aus China, Indien oder Brasilien. Da die Schwellenländer jedoch nach Marktkapitalisierung gewichtet werden, machen sie aktuell lediglich knapp 10 Prozent des gesamten FTSE All-World aus. Auch mit diesem Welt-Index investierst du also weiterhin primär in die US-Wirtschaft und westliche Industrienationen.
Auch bei den Kosten und der Rendite liegen beide Konzepte nah beieinander. Populäre ETFs auf den MSCI World wie der iShares Core MSCI World punkten mit einer Gesamtkostenquote von oft nur 0,12 Prozent pro Jahr. Der extrem beliebte Vanguard FTSE All-World liegt mit 0,22 Prozent TER minimal darüber. In den vergangenen Jahren hatte der MSCI World durch den starken US-Tech-Boom leicht die Nase vorn, doch historische Verläufe sind bekanntlich keine Garantie für die Zukunft. Die breitere Streuung des FTSE All-World nimmt dir das Klumpenrisiko einzelner Regionen etwas ab und sorgt für ein ruhigeres Gefühl in turbulenten Marktphasen.
Bottom Line: Mit keiner der beiden Optionen machst du einen Fehler, denn beide bieten dir einen kostengünstigen und breit gestreuten Zugang zum globalen Aktienmarkt. Wenn du maximal sparen willst und dir die Industrieländer genügen, greifst du zum MSCI World. Möchtest du die aufstrebenden Märkte automatisiert mit abdecken, ohne selbst Rebalancing betreiben zu müssen, ist der FTSE All-World deine beste Wahl. Entscheidend ist am Ende nicht die perfekte Indexauswahl, sondern dass deine Sparrate kontinuierlich läuft.
