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MSCI World oder FTSE All-World: Welches ETF-Schwergewicht gewinnt?
Der ewige Duell-Klassiker beim ETF-Sparplan: Reicht der MSCI World aus oder musst du zwingend auf den FTSE All-World setzen?
3.9.2026 · 3 Min Lesezeit
📊 Infografik
Index-Vergleich: Aktienanzahl im Überblick
Anzahl der enthaltenen Einzelwerte je Welt-Index
Quelle: justETF / MSCI / FTSE Russell 2025
Der Sparplan ist eingerichtet, aber bei der konkreten Index-Wahl geraten viele Einsteiger direkt wieder ins Grübeln. MSCI World oder FTSE All-World? Das ist die wohl am häufigsten diskutierte Frage in der ETF-Welt. Beide Indizes versprechen eine breite Streuung über die globale Wirtschaft und gelten als solides Fundament für den langfristigen Vermögensaufbau. Wer hier Sorge hat, eine grundlegend falsche Entscheidung zu treffen, kann beruhigt sein: Mit beiden Varianten machst du extrem viel richtig. Dennoch gibt es entscheidende Unterschiede in der Konstruktion, die du vor dem ersten Kauf kennen solltest.
Der Klassiker MSCI World konzentriert sich rein auf Industrieländer. Er deckt rund 85 Prozent der frei verfügbaren Marktkapitalisierung in diesen Ländern ab und umfasst derzeit etwa 1.400 bis 1.500 verschiedene Unternehmen. Was viele Neulinge überrascht: Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien fehlen hier komplett. Zudem dominiert die USA diesen Index sehr stark mit einem Anteil von über 60 Prozent. Wer also ausschließlich auf den MSCI World setzt, kauft zu einem großen Teil die US-Technologiebranche und blendet Schwellenländer komplett aus. Das ist keineswegs katastrophal, aber es stellt eine bewusste Lücke im Portfolio dar.
Hier kommt der FTSE All-World ins Spiel, den viele Anleger als das ultimative All-in-One-Paket bezeichnen. Er kombiniert Industrieländer mit Schwellenländern und deckt damit über 90 Prozent der weltweiten Marktkapitalisierung ab. Mit etwa 4.000 enthaltenen Aktien ist die Streuung spürbar breiter. Die Schwellenländer machen darin aktuell zwar nur einen Anteil im niedrigen zweistelligen Prozentbereich aus, sorgen aber automatisch dafür, dass du von deren wirtschaftlicher Entwicklung profitierst, ohne einen zweiten ETF dazukaufen zu müssen. In puncto Wertentwicklung lagen beide Schwergewichte in den letzten Jahren sehr nah beieinander, weil die großen US-Konzerne in beiden Indizes den Ton angeben.
Bottom Line: Ob du dich für den reinen Industrieländer-Klassiker oder die erweiterte Welt-Variante inklusive Schwellenländern entscheidest, ist letztlich eine reine Frage deiner persönlichen Präferenz. Wichtiger als das Feilschen um Prozentpunkte ist, dass du deinen Sparplan diszipliniert durchziehst und dich nicht von kurzfristigen Schwankungen aus der Ruhe bringen lässt.
