ETFs
Themen-ETFs: Rakete zum Reichtum oder nur teurer Hype?
KI, Robotik, Future Mobility – lohnen sich die Trend-ETFs wirklich oder verbrennst du dir nur die Finger? Wir machen den Check.
31.7.2026 · 3 Min Lesezeit
📊 Infografik
Boom der Themen-ETFs in Europa
Verwaltetes Vermögen (Assets under Management)
Quelle: Morningstar, Daten bis Q4 2025
Freitag, 31. Juli 2026 – Überall ploppen sie auf: ETFs, die sich auf die Megatrends von morgen stürzen. Künstliche Intelligenz, Robotik, Cybersicherheit oder Green Energy. Die Idee klingt genial: Einfach einen ETF kaufen und an der nächsten großen Tech-Revolution teilhaben. Die Marketing-Maschinerie der Anbieter läuft auf Hochtouren und verspricht traumhafte Renditen. Die Performance einzelner Zugpferde in den letzten Jahren, man denke nur an den KI-Boom seit 2023, befeuert die Fantasie. Es ist verlockend, auf den fahrenden Zug aufzuspringen, wenn man sieht, wie einzelne Technologiewerte teilweise im dreistelligen Prozentbereich zugelegt haben. Doch ist das wirklich der smarte Weg, sein Geld zu investieren, oder nur ein teuer erkauftes Ticket für die Achterbahnfahrt?
Das Problem mit dem Hype ist, dass du oft schon zu spät zur Party kommst. Wenn ein Thema so populär ist, dass es dafür einen eigenen ETF gibt, sind die Kurse der enthaltenen Unternehmen häufig schon stark gestiegen. Du kaufst also nicht die günstige Chance von gestern, sondern die teure Hoffnung auf morgen. Hinzu kommt eine klare Tatsache: Themen-ETFs sind teurer. Während ein Standard-ETF auf einen breiten Weltindex wie den MSCI World oft nur eine Gesamtkostenquote (TER) von 0,2 % pro Jahr oder weniger hat, liegen die Kosten bei spezialisierten Themen-ETFs nicht selten bei 0,5 % oder sogar deutlich darüber. Diese Kosten fressen deine Rendite jedes Jahr auf, egal wie der ETF performt. Außerdem besteht ein hohes Klumpenrisiko. Anstatt dein Geld auf tausende Firmen weltweit zu streuen, setzt du auf eine kleine, eng definierte Auswahl an Unternehmen aus einer einzigen Branche. Geht die Wette nicht auf oder die Blase platzt – wir erinnern uns an den Dot-com-Crash –, schaut es für dein Investment düster aus.
Studien, unter anderem von Morningstar, haben in der Vergangenheit gezeigt, dass die Mehrheit der Themen-ETFs nach einigen Jahren schlechter performt als ein simpler, breit gestreuter Welt-ETF. Viele dieser Produkte überleben die ersten Jahre nicht einmal und werden mangels Interesse oder schlechter Performance wieder vom Markt genommen. Das bedeutet für dich im schlimmsten Fall, dass dein ETF liquidiert wird und du gezwungen bist, zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu verkaufen. Die Auswahl des richtigen Themas und vor allem des richtigen Einstiegs- UND Ausstiegszeitpunkts ist extrem schwierig und hat mehr mit Spekulation als mit solidem, langfristigem Investieren zu tun. Man wettet nicht nur darauf, dass eine Technologie erfolgreich sein wird, sondern auch darauf, dass die im ETF ausgewählten Unternehmen die Gewinner dieser Entwicklung sein werden – und das zu einem Zeitpunkt, an dem der Markt das noch nicht vollständig eingepreist hat.
Bottom Line: Themen-ETFs sind wie das scharfe Gewürz in einem ansonsten ausgewogenen Gericht. Sie sind kein Ersatz für eine solide Basis-Investition in breit gestreute, kostengünstige Indexfonds. Als kleine, spekulative Beimischung – oft als Satelliten-Investment bezeichnet – können sie für risikobewusste Anleger, die an ein bestimmtes Thema glauben, interessant sein. Setze aber nur Geld ein, dessen Totalverlust du im Zweifel verschmerzen könntest. Für den soliden Vermögensaufbau bleibt die langweilige, aber bewährte Strategie die bessere Wahl: monatlich einen Sparplan auf den MSCI World oder FTSE All-World ausführen und die Hypes einfach mal Hypes sein lassen.
