Geldanlage
Totgesagte leben länger: Das 60/40-Portfolio im Check
Ist die klassische Mischung aus 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen noch dein bester Freund fürs Depot?
21.8.2026 · 3 Min Lesezeit
📊 Infografik
Historische Durchschnittsrenditen nach Portfoliomix
Langfristige Renditeerwartung verschiedener Asset-Allocation-Modelle
Quelle: justETF 2025
Jahrelang galt die goldene Regel des Vermögensaufbaus als absolut unumstößlich: Sechzig Prozent deines Ersparten wandern in weltweite Aktien für das langfristige Wachstum, vierzig Prozent in solide Anleihen für den eingebauten Sicherheitsgurt. Doch als im Jahr 2022 sowohl die Aktienmärkte als auch die Anleihekurse im Gleichschritt einbrachen, riefen viele Experten das endgültige Aus dieser klassischen Aufteilung aus. Wer braucht schon Anleihen, wenn sie kaum Rendite abwerfen und im Crash nicht einmal mehr zuverlässig absichern? Mittlerweile hat sich die Lage an den Finanzmärkten nach den deutlichen Zinsanpassungen der Europäischen Zentralbank grundlegend gewandelt. Die Renditen festverzinslicher Wertpapiere europäischer Staaten sowie hochqualitativer Unternehmensanleihen liegen wieder auf einem Niveau, das diesen Baustein für Privatanleger wieder hochinteressant macht.
Das Prinzip hinter dem Sicherheitsnetz funktioniert heute wieder wie vorgesehen. Wenn die Aktienmärkte scharf korrigieren, bieten Anleihen durch ihre laufenden Zinseinnahmen und potenzielle Kursgewinne bei Zinssenkungen einen echten Puffer. Ein weltweiter Aktien-ETF liefert den bewährten Motor für deinen Vermögensaufbau, während ein breit gestreuter Anleihen-ETF die Ausschläge nach unten spürbar abfedert. Das bedeutet für dich weniger Achterbahnfahrt im Depot und deutlich entspanntere Nächte, wenn an den Börsen wieder einmal die Fetzen fliegen. Wer nicht die Nerven hat, einen vorübergehenden Buchverlust von dreißig Prozent oder mehr im reinen Aktiendepot stoisch auszusitzen, findet in der Kombi-Strategie eine extrem bewährte und wissenschaftlich fundierte Alternative.
Natürlich ist diese Aufteilung kein Allheilmittel für absolut jeden Anlegertyp. Wer noch dreißig Jahre Zeit bis zur Rente hat und maximale Rendite sucht, fährt mit einer höheren Aktienquote historisch gesehen meist besser. Doch Asset Allocation ist keine Glaubensfrage, sondern eine persönliche Risikoabwägung. Ein regelmäßiges Rebalancing einmal im Jahr sorgt dafür, dass dein gewähltes Verhältnis von Risiko und Sicherheit stets in der Spur bleibt. Du verkaufst dabei automatisch leicht übergewichtete Gewinnerbausteine und kaufst die aktuell günstigeren Anteile nach, ohne dass deine eigenen Emotionen das Kommando beim Anlegen übernehmen.
Bottom Line: Das klassische 60/40-Portfolio ist keineswegs tot, sondern erweist sich dank der Rückkehr auskömmlicher Zinsen wieder als extrem smarte Strategie für alle, die beim Vermögensaufbau den perfekten Kompromiss aus solidem Wachstum und wirksamem Risikoschutz suchen.
