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Geldanlage

Totgesagte leben länger: Ist das 60/40-Depot 2026 wieder genial?

Jahrelang galt das 60/40-Portfolio als langweilig und tot. Doch mit den aktuellen Zinsen feiert der Klassiker ein starkes Comeback.

15.8.2026 · 3 Min Lesezeit

📊 Infografik

Risiko-Rendite-Profil nach Depot-Mix

Durchschnittliche historische Volatilität verschiedener Asset Allocations

Quelle: MSCI / justETF 2025

Jahrelang wurde das klassische 60/40-Portfolio von Krypto-Enthusiasten und kompromisslosen Aktien-Fans müde belächelt. Wer braucht schon vierzig Prozent Anleihen im Depot, wenn die Zinsen jahrelang am Boden lagen und der Aktienmarkt scheinbar nur den Weg nach oben kannte? Doch spätestens seit der markanten Zinswende der europäischen und US-amerikanischen Notenbanken hat sich das Spielfeld auf den Finanzmärkten nachhaltig verändert. Sichere Anleihen werfen wieder reale Renditen ab, und der alte Schulbuch-Klassiker feiert ein fulminantes Comeback für alle, die Vermögensaufbau ohne schlaflose Nächte suchen. Das Grundprinzip dieser Asset Allocation ist bestechend einfach und zeitlos. Sechzig Prozent des Kapitals wandern in breit gestreute globale Aktien, beispielsweise über einen ETF auf den MSCI World oder FTSE All-World, um vom langfristigen Wachstum der Weltwirtschaft zu profitieren. Die restlichen vierzig Prozent werden in erstklassige Staatsanleihen oder hochwertige Unternehmensanleihen investiert. Während der Aktienanteil als Renditemotor fungiert, dient die Anleihenkomponente als Stoßdämpfer. In turbulenten Marktphasen fangen die festverzinslichen Wertpapiere das Depot ab und reduzieren die Schwankungsintensität spürbar. Ein oft unterschätzter Treiber dieser Strategie ist das systematische Rebalancing. Verschieben sich die Gewichte durch starke Kurssteigerungen am Aktienmarkt, wird das Depot wieder auf das ursprüngliche Verhältnis zurückgesetzt. Das bedeutet im Klartext: Du verkaufst automatisch einen Teil der gut gelaufenen, teuren Aktien und kaufst dafür günstigere Anleihen nach. Im Crash-Fall läuft der Prozess genau umgekehrt. Dieses disziplinierte Vorgehen zwingt Investoren dazu, frei von Emotionen antizyklisch zu agieren. Das verhindert die typischen Denkfehler von Privatanlegern, wie das gierige Kaufen am Höchststand oder den Panikverkauf am Tiefpunkt. Für Privatanleger war die Umsetzung noch nie so günstig und komfortabel wie heute. Anstatt mühsam einzelne Anleihen herauszupicken, lässt sich das 60/40-Modell mit nur zwei günstigen Indexfonds oder sogar über fertige Multi-Asset-ETFs abbilden. Die Gesamtkostenquote liegt bei solchen Lösungen oft unter 0,25 Prozent pro Jahr. Das schont die Rendite und spart wertvolle Zeit, die man wahrlich besser verbringen kann als mit Dauer-Tracking von Börsenkursen. Bottom Line: Das 60/40-Depot ist keineswegs ein verstaubtes Relikt vergangener Dekaden, sondern bleibt auch im Jahr 2026 ein verdammt starkes Fundament für smarten Vermögensaufbau. Wer Risikomanagement ernst nimmt und die Nerven schonen will, bekommt hier die optimale Mischung aus Wachstum und Stabilität.