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Geldanlage

Totgesagte leben länger: Ist das 60/40-Portfolio 2026 wieder genial?

Das klassische 60/40-Portfolio galt lange als langweilig und tot – doch mit vernünftigen Anleiherenditen feiert der Klassiker sein Comeback.

8.9.2026 · 3 Min Lesezeit

📊 Infografik

Historischer Performance-Vergleich von Anlagestrategien

Durchschnittliche Rendite p.a. und maximaler Verlust bei unterschiedlicher Ausrichtung

Quelle: justETF

Jahrelang war die Sache für die FinFluencer-Bubble völlig klar: Wer was auf sich hält, ballert sein erspartes Geld zu hundert Prozent in den MSCI World, den S&P 500 oder gleich in gehebelte Tech-ETFs. Anleihen? Das war der verstaubte Kram aus dem Depot der Großeltern, der in der jahrelangen Nullzinsphase schlichtweg überhaupt kein Geld einbrachte und das Gesamtdepot nur ausbremste. Das berühmte 60/40-Portfolio, bestehend aus sechzig Prozent Aktien für das Wachstum und vierzig Prozent Anleihen für die Stabilität, wurde von der jungen Generation folgerichtig für komplett tot erklärt. Doch wer die Finanzmärkte im September 2026 beobachtet, merkt schnell, dass alte Klassiker eine erstaunliche Wiederauferstehung feiern können. Der entscheidende Treiber hinter diesem Comeback ist denkbar simpel und heißt veränderte Zinslandschaft. Seitdem die Europäische Zentralbank und die US-Notenbank die Zinsen aus der historischen Nullzins-Falle befreit haben, werfen solide Staats- und Unternehmensanleihen wieder echte Erträge ab. Ein breit gestreuter ETF auf europäische Staatsanleihen oder globale Unternehmensanleihen hoher Bonität bietet derzeit verlässliche Kupons. Damit erfüllt der vierzigprozentige Anleihen-Anteil im Depot endlich wieder seine ursprüngliche Doppelfunktion: Er generiert regelmäßige Zinserträge und federt die unvermeidbaren Rücksetzer an den weltweiten Aktienmärkten spürbar ab. Für Anlegerinnen und Anleger, die keine Lust auf schlaflose Nächte bei der nächsten Börsenachterbahn haben, wird dieser klassische Mix damit wieder extrem attraktiv. Natürlich schlägst du mit vierzig Prozent Festverzinslichen im Depot in extremen Bullenmärkten keine historischen Renditerekorde im Vergleich zu Reindepots. Aber du verhinderst eben auch effektiv, dass dein hart erarbeitetes Vermögen im nächsten Marktcrash um dreißig Prozent oder mehr absackt. Wer in den kommenden fünf bis zehn Jahren konkrete Pläne wie einen Immobilienerwerb, eine Familiengründung oder den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit verfolgt, profitiert von dieser deutlich reduzierten Schwankungsbreite enorm. Bottom Line: Das 60/40-Portfolio ist definitiv kein verstaubtes Relikt der Boomer-Generation, sondern 2026 wieder ein extrem solides Werkzeug für alle, denen ein reines Aktiendepot schlicht zu nervenaufreibend ist. Lass dich nicht von extremen Meinungen auf TikTok oder YouTube verunsichern, die ausschließlich auf maximale Rendite schielen und das tatsächliche Verlustrisiko völlig ausblenden. Wenn du dein Depot einmal im Jahr konsequent rebalancierst und die Gewinne aus der jeweils gelaufenen Anlageklasse mitnimmst, baust du dir ohne Bauchschmerzen ein krisenfestes Vermögen auf.