Geldanlage
Totgesagte leben länger: Warum das 60/40-Depot wieder ballert
Das klassische 60/40-Portfolio galt jahrelang als unsexy Rentner-Strategie, bringt heute aber wieder Stabilität und ordentliche Renditen in dein Depot.
7.8.2026 · 3 Min Lesezeit
📊 Infografik
60/40-Portfolio im Rendite- und Risikocheck
Langfristige Orientierungswerte im Vergleich zu reinen Aktien- oder Anleihendepots
Quelle: MSCI / Bundesbank
Jahrelang galt das klassische 60/40-Portfolio in der Finanzszene als absolut verstaubt. Warum sollte man auch 40 Prozent seines Vermögens in mickrig verzinsten Anleihen parken, wenn Tech-Aktien scheinbar nur eine Richtung kannten? Die Nullzinsphase hat das traditionelle Depotmodell fast vollständig gelähmt. Doch das Blatt hat sich gewendet. Nach den Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank und der US-Notenbank bieten Anleihen endlich wieder das, wofür sie erfunden wurden: planbare Erträge und einen echten Puffer gegen Turbulenzen am Aktienmarkt. Wer sein Geld heute clever strukturieren möchte, sollte diesen Klassiker definitiv wieder auf dem Schirm haben.
Das Prinzip dahinter ist denkbar einfach, aber extrem wirkungsvoll. 60 Prozent deines Depots fließen in breit gestreute Weltaktien-ETFs, um langfristiges Wachstum mitzunehmen. Die restlichen 40 Prozent landen in hochwertigen Staats- oder Unternehmensanleihen. Fallen die Aktienkurse bei einer Krise ins Bodenlose, sorgen die festen Zinszahlungen der Anleihen für Stabilität und verhindern, dass dein Gesamtdepot im tiefroten Bereich landet. Zudem erlaubt dir das regelmäßige Rebalancing ein automatisches Antizyklik-Prinzips: Du verkaufst Gewinner, wenn Aktien gut laufen, und kaufst nach, wenn die Kurse im Keller sind, ohne dich von Emotionen leiten zu lassen.
Für wen lohnt sich das Ganze im Jahr 2026? Wenn du Anfang zwanzig bist und einen Anlagehorizont von dreißig Jahren hast, kannst du Buchverluste von 50 Prozent eventuell noch locker aussitzen und auf eine 100-Prozent-Aktienquote setzen. Falls du aber in den nächsten fünf bis zehn Jahren Eigenkapital für eine Immobilie brauchst oder schlichtweg keine Lust hast, bei jedem Markteinbruch schlaflose Nächte zu verbringen, ist das 60/40-Modell der perfekte Mittelweg. Es nimmt die extreme Volatilität aus dem Spiel, ohne dass du komplett auf attraktive Renditen verzichten musst.
Bottom Line: Das 60/40-Portfolio ist kein langweiliges Relikt aus der Vergangenheit, sondern feiert dank des veränderten Zinsumfelds eine verdammt starke Rückkehr. Wer ohne Bauchschmerzen vermögend werden will und eine ausgewogene Balance aus Renditechancen und Risikoschutz sucht, findet in dieser Strategie ein extrem solides Fundament für den eigenen Vermögensaufbau.
