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Geldanlage

Totgesagte leben länger: Warum das 60/40-Portfolio wieder rockt

Das klassische 60/40-Depot feiert dank gestiegener Zinsen sein Comeback als entspannte Strategie für den Vermögensaufbau.

4.10.2026 · 3 Min Lesezeit

📊 Infografik

Musteraufteilung eines modernen 60/40-Portfolios

Beispielhafte Gewichtung nach Anlageklassen für ausgewogene Investoren

Quelle: justETF

Jahrelang galt das klassische 60/40-Portfolio als langweilig, verstaubt und während der Nullzinsphase sogar als nahezu renditebefreite Zone. Wer 60 Prozent seines Vermögens in globale Aktien und 40 Prozent in Staatsanleihen steckte, wurde in FinFluencer-Kreisen milde belächelt. Schließlich brachten Anleihen kaum Ertrag und machten das Depot träge. Doch seit der deutlichen Zinswende der Europäischen Zentralbank und der US-Fed hat sich das Blatt nachhaltig gewendet. Anleihen werfen wieder passable Renditen ab und dienen endlich wieder als echtes Sicherheitspolster, wenn an den Aktienmärkten der Wind dreht. Die vermeintliche Boomer-Formel feiert ein leises, aber extrem solides Comeback in den Depots einer jüngeren Generation, die zwar Vermögen aufbauen will, aber keine Lust auf krasse Achterbahnfahrten ohne Sicherheitsnetz hat. Warum funktioniert die Mischung ausgerechnet jetzt wieder so gut? Der Kern des Konzepts basiert auf der historisch bewährten Ausgewogenheit zwischen Wachstum und Stabilität. Während der Aktienanteil über breit gestreute ETFs wie den MSCI World für den langfristigen Vermögenszuwachs sorgt, bremst der Anleihenteil die Verlustphasen ab. Wenn die Wirtschaft schwächelt und Aktienkurse ins Trudeln geraten, flüchten große Investoren traditionell in erstklassige Staatsanleihen. Das schützt dein Gesamtdepot vor alptraumhaften Buchverlusten. Gleichzeitig kassierst du dank des geänderten Zinsumfelds wieder verlässliche laufende Erträge aus dem Anleihenbaustein, statt dein Geld von der Inflation auffressen zu lassen. Der wahre Zauber des 60/40-Prinzips liegt allerdings im disziplinierten Rebalancing. Mindestens einmal im Jahr stellst du das ursprüngliche Mischungsverhältnis rigoros wieder her. Haben sich deine Aktien fantastisch entwickelt, verkaufst du einen kleinen Teil der Gewinne und schichtest in Anleihen um. Kracht es an den Börsen, nutzt du das Polster der Anleihen, um günstig Aktien nachzukaufen. Das zwingt dich dazu, stur antizyklisch zu handeln: günstig kaufen und teuer verkaufen, ganz ohne dass deine eigenen Emotionen oder FOMO dir dazwischenpfuschen. Es ist die entspannteste Form des Risikomanagements für alle, die ihr Depot aufbauen wollen, ohne täglich Börsennews zu scrollen. Bottom Line: Das 60/40-Portfolio ist kein verstaubtes Relikt, sondern dank normalisierter Zinsen wieder ein extrem cleveres Basis-Set-up für risikobewusste Anleger. Wer einen Anlagehorizont von mindestens fünf bis sieben Jahren mitbringt und schwankungsarm Vermögen aufbauen möchte, findet hier eine zeitlos starke Kombination aus Renditechancen und Nervenschonung.